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etwas längere Weihnachtsgeschichte für Kinder

 Ein seltsames Zusammentreffen zwischen einem Osterhasen und dem Weihnachtsmann…

 von Ewald Benecken
 

   Weihnachtsmann und OsterhaseStill war es an jenem fernab gelegenen Ort, ja, und nur hin und wider war aus weiter Ferne ein kaum zu identifizierbares Geräusch zu hören.

   Die frühe Nacht war schon seit einer halben Stunde über die tief verschneite norddeutsche Tiefebene hereingebrochen. 

   Ein alter Hase, schon mit vielen auffallend grauen Haaren im Pelz, saß gut geschützt tief in einem Hain. Mümmelnd bewegten sich seine Kiefer und Sekunden später schlang er ein wenig trockenes Gras hinunter.

   Die Welt ringsum war so still, das man sich fragen konnte, ob der alte Feldhase vielleicht nicht einmal das kauen seiner eigenen Zähne hören würde. Ihn danach zu fragen – nein, das ging ja nicht. Plötzlich vernahm Meister Lampe ein Geräusch, eines, wie er es noch nie gehört hatte.

 Ein seltsames Keuchen, ein Schnaufen, dann ein Hüsteln, dann wieder ein Keuchen und abermals ein lang anhaltendes Keuchen, sowie Husten drang bis zu ihm ihn seine Sasse. Erschrocken hob der Hase ein wenig den Kopf, stellte die Löffel auf, obwohl genau das bei der Kälte ganz und gar nicht ratsam war, und lauschte…lauschte in die bis dahin so friedvolle Stille. 

   Die noch nie vom Mümmelmann gehörten Geräusche wurden lauter. Ein wenig Angst beschlich daraufhin das Langohr. War das vielleicht einer seiner schlimmsten Feinde, einer, der ihm ausgerechnet an diesem bis dahin so unglaublich stillen und friedvollenTag nach dem Leben trachtete? Ein Fuchs vielleicht…? Nein, Meister Reineke und solche Geräusche…? Niemals…! Womöglich irgendein tollpatschiger Mensch der im letzten Moment versuchen wollte sich noch einen Festtagsbraten zu schießen…? Oh, nein, den hätte Meister Lampe schon viel früher gehört wenn er durch die gefrorene Schneedecke gestapft wäre.

   Doch was kam da auf ihn zu? Noch mehr reckte er sich empor. Doch sehen konnte er weiterhin rein gar nichts, aber – die seltsamen Geräusche kamen näher und näher, wurden lauter und lauter. Schließlich hörte er einen lauten Ausruf und erschrak. Was war das für ein Ungetüm, das da plötzlich beinahe direkt neben seiner Sasse auftauchte? Meister Lampe presste sich tief in sein trockenes und von Heu ausgekleidetes Heim.

   „Verdammt noch Mal. Warum mussten auch ausgerechnet in diesem Jahr meine Rentiere krank werden“, hörte Meister Lampe eine tiefe und raue Stimme lauthals schimpfen.

   „Das schaffe ich nie und nimmer bis zu den letzten Höfen“, schimpfte die Stimme weiter.

   „Ich alter Mann muss mich so abquälen und meine Rentiere liegen zu Hause im warmen Stall. Nie und nimmer schaffe ich das die letzten Bauerhöfe zu besuchen…! Wie traurig die Kinder sein werden wenn ich sie nicht besuchen kann – schrecklich - schrecklich – und außerdem sehr peinlich …!“

   Nur Sekunden später hörte Meister Langohr ein laut vernehmliches „Plumps“ und danach herrschte eine schon beinahe beängstigende Stille am Hain.

   Langsam und extrem vorsichtig reckte sich der alte Hase ein wenig in die Höhe, kroch ein Stück aus seinem Versteck, hob den Kopf und erschrak im nächsten Moment. Kaum zehn Meter entfernt saß ein alter Mann mit einem langen weißen Bart Kopfschüttelnd und schnaufend wie hingerenkt im tiefen Schnee und brummelte sich ständig etwas in den Bart.

   „Man kann ja mal krank werden – aber doch nicht am heiligen Abend…“, hörte Meister Lampe den alten Mann weiter schimpfen.

   Kaum, das das letzte Wort verklungen war, nahm der alte Hase all seinen Mut zusammen und hoppelte zu dem Haufen Elend hin welches in kurzer Entfernung zusammen gesunken im Schnee, und zwischen den Deichseln des Schlittens saß.

   Da stand er dann vor dem schnaufenden Ungetüm und fragte sich, ob es denn überhaupt ratsam wäre zu fragen was passiert sei? Plötzlich hob der alte Mann, das scheinbare Ungetüm, den Kopf und schaute den ein wenig ängstlichen Hoppelmann genauso verblüfft an wie er von ihm angestarrt wurde.

   „Wo kommst du denn her“, fragte im nächsten Moment der weishaarige Bartträger. „Was macht du hier in der Dunkelheit auf der verschneiten Wiese“?

   Der alte Hase nahm abermals all seinen Mut zusammen und antwortete ziemlich kess: „Du hast mich aufgeschreckt und ich habe gehört wie du so laut geschimpft hast! Warum bist du denn so stinksauer…du alter Bartträger?“

   „Warum ich sauer bin? Na hör mal, ich habe keine Rentiere, bin allein hier her geflogen und das ist beim Landen verdammt gefährlich, verstehst du das, du alter Hoppelmann“?

   „He, keine Beleidigungen, ja, Alter! Du bist hier her geflogen…? Vom Himmel gefallen…? Mit dem alten Schlitten…? Wie soll das denn gehen…? Bei meinen Möhren, das geht doch gar nicht! Du willst mich wohl veräppeln, oder…?“

   „Eigentlich bin ich dir ja gar keine Rechenschaft schuldig wie ich hier her gekommen bin, Hoppelmann“, polterte der Alte los.  „Aber, wenn du das denn unbedingt wissen möchtest, weil du so neugierig bist, erzähle ich dir das. Obwohl ich dafür gar keine Zeit mehr habe“ fügte er ein wenig unwirsch hinzu. „Ich bin jetzt schon viel zu spät dran…“

   „Wie willst du denn mit den Schlitten ohne Rentiere zu den Höfen da drüben gelangen. So stark bist du doch gar nicht, das du den allein ziehen kannst, du alter Weihnachtsmann“, fuhr ihm der Hase dazwischen und mümmelte danach unentwegt auf einigen trockenen Grashalmen weiter.

   „Tja, ich glaube, ich schaffe das dieses Jahr tatsächlich nicht mehr die Geschenke zur rechten Zeit an den richtigen Ort zu bringen. Meine Güte, das ist ja entsetzlich. Und morgen steht dann in der Zeitung, das auf den Weihnachtsmann auch kein Verlass mehr ist…!“

   „Ich hätte da einen guten Tipp“ bemerkte der Hase und grinste. Die Lippen erreichten währenddessen fast die Ohren und die schmutziggrauen Zähne waren im fahlen Mondlicht gut zu erkennen.

    „Heraus damit! Sag schon! Was muss ich machen, Hoppelmann…“, brummelte der Alte.

   „Wenn du weiterhin so unhöflich zu mir bist sage ich gar nichts mehr und du kannst in der Kälte die ganze Nacht da sitzenbleiben. Dann wird morgen wohl tatsächlich in der Zeitung stehen, dass auf euch alte Weihnachtsmänner tatsächlich kein Verlass mehr ist…!“

   „Sag ja schon nichts mehr! Also was ist…?“

   „So ist es recht. Einem alten Osterhasen begegnet man nicht so oft, und wenn, dann schließlich immer mit Respekt…“

   „…was“, unterbrach ihn der Alte abrupt. „Du bist der Osterhase? Den Typ wollte ich schon immer Mal kennenlernen. Dann verrate mir doch jetzt, wo du deine Kiepe gelassen hast? Oder benutzt du heutzutage gar keine mehr?“

   „Natürlich, Alter! Meine Kiepe – darin schlafe ich immer. Die ist gut mit Heu ausgepolstert und schützt mich so vor bösen Feinden“.

   „Ach, du hast Feinde? Na, ich habe ja keine. Im Gegenteil, ich bin äußerst beliebt und habe nur Freunde. Vor allem die Kinder lieben mich über alles“. 

   „Na, ob das alles so stimmt Alter“, entgegnete Mümmelmann und grinste abermals.

   „Was mich schon immer interessiert hat“, fragte der seltsam aussehende Alte, „wie schaffst du das eigentlich zu Ostern mit einer vollen Kiepe durch die Gegend zu hoppeln und dabei nicht die Ostereier zu verlieren. Hmmm, wie ist das möglich?“

   Abermals bekamen die langen Löffel beim Grinsen während der Erwiderung beinahe Besuch.

   „Das ist ein Betriebsgeheimnis…!“

   „Na so was! Ein Betriebsgeheimnis? Das ich nicht lache!“

   „So ist das aber“, entgegnete der weiterhin grinsende Mümmelmann. „Aber, wenn du mir verrätst, wie du das schafft mit deinem Schlitten hier her zu fliegen, dann verrate ich dir auch wie ich das mache, keine Eier beim Hoppeln zu verlieren, Alter!“

   Einen Moment schwieg der Alte und schien währenddessen angestrengt nachzudenken bevor er leise, und mit plötzlich sonorer Stimme entgegnete: „Das ist auch ein Betriebsgeheimnis…!“

  „Aha! Na gut, dann schweigen wir darüber. Schließlich soll das ja Niemand erfahren wie wir das machen, oder?“

   „Genau, Mümmelmann. So, jetzt sag mir endlich welchen Tipp du für mich hast, oder willst du mir das nicht mehr verraten?“

   „Das Wort bitte ist dir wohl unbekannt, oder?“

   „Also gut, verrate mir bitte welchen Tipp du mir geben wolltest“.

   „Erst verrätst du mir, wie du das ohne deine Rentiere geschafft hast, hier heil runterzukommen…bitte“ hängte Meister Lampe grinsend dran.

   „Kann ich dir nicht verraten – Betriebsgeheimnis. Nur so viel verrate ich dir: das war schon ein Problem den Schlitten ohne meine Rentiere zum stehen zu bekommen. Schließlich wollte ich ja nicht in einem der Stacheldrahtzäune zum stehen zu kommen. Wenn meine Tiere bei mir sind bremsen die immer und passen auf, verstanden…?“

   „Verstehe ich. Leider habe ich auch schon einmal Bekanntschaft mit dem gefährlichen Stacheldraht gemacht. Schau dir mein linkes Ohr an. Bis zu Hälfte aufgeschlitzt gewesen. Hat verdammt weh getan, Alter!“

   „Verdammt noch mal, sag jetzt endlich welchen Tipp du mir geben wolltest. Es ist schon spät und ich komme nicht rechtzeitig zu den Kindern, Mümmelmann!“

   „Du scheinst ein wenig verworren zu sein, alter Rauschebart. So spät ist es doch noch gar nicht. Die Kirchturmglocken haben noch nicht geschlagen und somit ist es noch nicht einmal 18:00 Uhr“.

   „He Häschen, du bist ja gut! Also, was ist? Gibst du mir nun einen Tipp wie ich mit meinem Schlitten am schnellsten hier wegkomme, oder nicht?“

   „Na gut, schließlich möchte ich ja nicht, das du vielleicht bei irgendwelchen Kindern schlecht über mich, über den Osterhasen redest“.

   Noch immer saß der alte Weihnachtsmann mit angewinkelten Beinen zwischen den Deichseln und schaute den Osterhasen abwartend, wenn auch inzwischen unruhig, ja nervös geworden, fragend an.

   „Siehst du dort drüben“, begann der Osterhase, während das  rechte Ohr zur Seite klappte und die Richtung wies, „dort rechts, in dem Bretterverschlag, stehen einige Galloway- Rinder. Die kannst du ja fragen ob sie dir deinen Schlitten ziehen. Du kannst doch mit Rindern reden, oder etwa nicht?“

   „Natürlich“, entgegnete der Weihnachtsmann ziemlich barsch. „Ich kann mit jeden Tier sprechen!“

   „Na toll! Wenn´s denn stimmt, Alter. Dann mach dich jetzt auf den Weg und ich krieche solange wieder in mein Versteck. Eine Bitte habe ich noch an dich, lieber guter Weihnachtsmann…“

   Ein breites Grinsen hatte die letzten Worte des alten Rammlers begleitet während der Weihnachtsmann sich mühsam aufgerafft hatte, und dann abwartend vor dem Hasen stand.

   „Der Bauer, dem die Rinder gehören, bringt dann und wann einige Möhren für die Rinder mit. Schau bitte nach ob die Ungetüme nicht alle aufgefressen haben. Wenn nicht, dann bring mir ein paar Möhrchen mit. Bitte“, hängte er grinsend ran.

  „Gut mach ich“, entgegnete der weißhaarige Mann nur kurz und stapfte dann ein wenig ächzend und keuchend los.

   Der Osterhase verschwand Sekunden später zufrieden in seiner Kiepe, kuschelte sich ins Heu und harrte der Dinge die ja eigentlich, nein, unweigerlich passieren mussten.

   Um es kurz zu machen. Das dauerte nur eine knappe Viertelstunde, dann war der Weihnachtsmann mit einem wohlgenährten Rind im Schlepptau wieder zurück. Ohne auch nur nach dem Hasen zu suchen, oder gar zu rufen, spannte er den Bullen vor den

Schlitten und setzte sich auf den Schlitten, griff zur Peitsche und rief: „Hui, los jetzt, trab jetzt los, die Kinder warten“. Dann knallte die Peitsche. Doch kaum, dass das alte Galloway– Rind ein paar Schritte getan hatte, sah der alte Mann, das der Osterhase neben dem Schlitten einher hoppelte und lauthals rief:

„He, Alter, wo sind meine Möhrchen…?“

   Grummelt griff der Weihnachtsmann hastig in die linke Manteltasche und zauberte eine Handvoll Möhren hervor. Und mit den Worten: „Lass sie dir gut schmecken“, warf er die Möhren scheinbar achtlos dem alten Hasen fast genau vor die Füße.

   „Danke, Weihnachtsmann“, rief das alte Langohr und grinste. „Das wurde aber auch Zeit, mir wurden schon die Ohren kalt. Bis zum nächsten Jahr, bitte dann aber wieder mit deinen Rentieren!“

   Danach trug er hastig ein Möhrchen nach dem anderen in seine Kiepe, kuschelte sich ins Heu und schloss die Augen.

   Den mehr als seltsamen Abflug des Weihnachtsmannes ein paar Stunden später verschlief er leider. Aber das war ja nicht so schlimm, denn im nächsten Jahr wollte er die Ankunft des Schlittens genau beobachten. Das hatte er sich jedenfalls fest vorgenommen…

 

Ewald Benecken

 
Vielen Dank an den Schriftsteller Ewald Benecken, der uns diese Weihnachtsgeschichte über den Weihnachtsmann und den Osterhasen zur Verfügung gestellt hat. Die Copyrightrechte liegen beim Autor.

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Wir hoffen, dass Ihnen diese kurze aber lustige Weihnachtsgeschichte für Kinder gefallen hat.

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